Tempeh
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Nicht nur die klassischen Speisepilze leisten einen wichtigen Beitrag zur menschlichen Ernährung. Auch Edelschimmelpilze und Hefen sind aus der menschlichen Ernährung nicht weg zu denken. Ich möchte Ihnen hier einen asiatischen Nutzpilz vorstellen: Tempeh (Tem-pei ausgesprochen) hat seinen Ursprung in Indonesien, und wird dort seit Jahrhunderten in der Alltagsküche verwendet. Tempeh wird aus gekochten, geschälten Sojabohnen und / oder Getreidekörnern, die mit dem Edelschimmelpilz Rhizopus oligosporus beimpft werden, hergestellt. Die beimpften Bohnen werden etwa 24-30 Stunden bei einer Temperatur von 30-35°C fermentiert. Während dieser Zeit entwickelt der Pilz eine dichte Myceliummatte, welche die Bohnen zu einem festen Kuchen verbindet. Wie bei der Produktion von Käse, Joghurt oder Kefir wird durch den Fermentationsprozess der Geschmack und vor allem die Verdaubarkeit des Produktes entscheidend verbessert. Tempeh ist eine hervorragende Quelle für hochwertiges, cholesterinfreies Protein. Es enthält alle acht essentiellen Aminosäuren und sein Protein ist tierischem Eiweiß gleichwertig, enthält aber so wie jedes pflanzliche Eiweiß kein Cholesterin. Besonders stark ist die Aminosäure Lysin vorhanden, die in Getreideprodukten nur spärlich vorkommt. Tempeh ist arm an gesättigten Fettsäuren und enthält viel Lezithin und mehrfach ungesättigte Fettsäuren wie Linol- und Linolensäure. Diese können Ablagerungen von Cholesterin und anderen Fettsäuren die sich in Adern und anderen menschlichen Organen bilden können, lösen, im Körper verteilen und ausscheiden. Tempeh liefert wertvolle Ballaststoffe. 85,5 g Tempeh enthalten mehr als 25% des Tagesbedarfs eines Erwachsenen an Ballaststoffen. Tempeh ist leicht verdaulich. Der Fermentationsprozess, den Tempeh durchläuft, baut die Oligosacharide, welche Bohnen für den Menschen schwer verdaubar machen, ab. Tempeh ist reich an Isoflavoniden. Sojabohnen sind das einzige Nahrungsmittel, das signifikante Mengen an Isoflavoniden erhält, welche unter Umständen das Risiko von einigen Krebsarten reduzieren können (nach „Soybeans and Your Health" von Mark und Virginia Messina, Avery Press, Garden City, New York). Tempeh ist sehr reich an Vitaminen und Mineralstoffen. Die meisten davon sind temperaturstabil, so dass beim Kochvorgang keine Nährstoffe verloren gehen. Insbesondere die Vitamine der B-Gruppe und davon wieder das Vitamin B12 sind reichlich vorhanden. Der Edelschimmelpilz Rizopus oligosporus, mit dem Tempeh fermentiert wird, bildet antibakteriell wirkende Substanzen. Diese sind natürlich und hitzebeständig und können Krankheitserreger unterdrücken. Diese Substanzen wirken besonders auf den Darmtrakt und können Verdauungsprobleme lindern. Tempeh ist in der Küche vielseitig einsetzbar und bildet die Grundlage für eine Vielzahl an schmackhaften und überaus gesunden Gerichten. Ob roh, als Sandwich, Toast, Curry-Gericht oder Chili. Gebacken, gekocht, gedämpft, frittiert, gegrillt oder gebraten. Der hervorragende Geschmack von frisch fermentierten Tempeh wird auch Sie überzeugen.
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